| Datum | Uhrzeit | Freie Plätze | ||||
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| 02.10.2025 | 18:30 | Frei verfügbar |
Der Auftakt des "Langen Tags der Flucht" bringt mit Maynat und Amina Kurbanova zwei Generationen aus Tschetschenien auf die Bühne. Mutter und ihre Tochter lesen aus ihren selbst verfassten Texten über Flucht, Ankunft und Leben in Österreich. So entsteht ein Abend, der Gespräche über Flucht, Integration und die Prägung von Erfahrungen durch unterschiedliche Generationen sicht-und hörbar macht.
Im anschließenden Gespräch diskutieren ihre unterschiedlichen Perspektiven – die Dankbarkeit der Mutter für Sicherheit und Überleben, und den kritischen Blick der Tochter auf gesellschaftliche Erwartungen und mangelnde Zugehörigkeit.
Die Veranstaltung zeichnet sich dadurch aus, dass zwei Frauen, zwei Schriftstellerinnen – Mutter und Tochter, Maynat und Amina Kurbanova – gemeinsam auf der Bühne stehen. Sie teilen eine Fluchtgeschichte, zeigen jedoch zwei Lesarten ihre Erfahrungen.
Die Mutter erzählt aus der Perspektive der ersten Generation, geprägt von Krieg, Verlust und dem Ankommen in Sicherheit. Dankbarkeit für das Überleben und die neu gewonnene Ruhe steht für sie im Vordergrund.
Die Tochter hingegen blickt als zweite Generation auf das Aufwachsen in Österreich, auf Fragen nach Zugehörigkeit, Teilhabe und Gleichberechtigung. Für sie ist Dankbarkeit weniger eine Haltung als vielmehr eine Erwartung der Mehrheitsgesellschaft, die sie kritisch hinterfragt.
Gerade dieser Kontrast macht die besondere Stärke des Formats aus - eine gemeinsame Geschichte wird aus zwei Blickwinkeln erzählt, und dadurch entsteht ein Dialog, der nicht nur Unterschiede sichtbar/hörbar macht, sondern auch ein tieferes Verständnis ermöglicht. Das Publikum erlebt, wie stark Generationen- und Geschlechterrollen Migrationserfahrungen prägen – und dass es nicht „die eine“ Erzählung von Flucht und Integration gibt.
Das Projekt setzt weibliche Stimmen in den Mittelpunkt, die im öffentlichen Diskurs oft unterrepräsentiert sind. Es öffnet einen Raum für Diskussion und Reflexion und verdeutlicht, dass Integration nicht nur Dankbarkeit, sondern auch Kritik, Aushandlung und Selbstbestimmung braucht. So trägt das Format dazu bei, Stereotype aufzubrechen, Unterschiede produktiv zu machen und neue Perspektiven auf das Zusammenleben in Österreich zu eröffnen.
Die FRAUENHETZ – Feministische Bildung, Kultur und Politik ist eine selbstorganisierte, gemeinnützige und parteiunabhängige Bildungsstätte, die 1991 vom Bund demokratischer Frauen Österreichs (BDFÖ) und autonomen Feministinnen von Frauen für Frauen begründet und 1993 eröffnet wurde. Sie schafft seither den Rahmen für feministisch-kritische (Gegen-)Öffentlichkeiten. Das Kollektiv lädt zu politischer Einmischung und Auseinandersetzung ein – in Form von Vorträgen, Podien, Symposien, Workshops, Lesungen und künstlerischen Angeboten. Der unentgeltlich zugängliche Bildungsraum hat sich über Wien hinaus als Schnittstelle zwischen akademischen Erkenntnissen und feministischer (Basis-)Bildung etabliert und dokumentiert Wissen auch in verschiedenen Publikationen. Der – lange Zeit zu einem Gutteil – freiwillig getragene Ort ist gleichzeitig eine Bürogemeinschaft und offen für andere Gruppen und Kooperationen.
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